Dispozinsen absetzen

Ein Dispokredit wird schneller in Gebrauch genommen, als man denkt, vor allem, wenn die Einnahmen nicht stetig fließen. Wenn man den Überblick über den Kontostand verliert, kann es teuer werden, denn die Banken kassieren hohe Zinsen und diese können unter Umständen noch nicht einmal als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Üblich sind 13% Zinsen für einen Dispokredit, wird auch dieser überzogen, fallen 18% Zinsen an.

Beachten Sie, dass Sie privat verschuldete Zinsen nicht absetzen können. Betrieblich veranlasste Zinsen können ohne Nachweis bis zu einem Wert von 2.050,- Euro geltend gemacht werden. Haben Sie ein konkretes Anlagegut angeschafft, so dürfen Sie Zinskosten in in beliebiger Höhe steuerlich absetzen.

Doch sehr schnell kann man dabei den Überblick verlieren, vor allem, wenn man ein gemischtes Konto hat, auf dem private und betriebliche Zahlungen verbucht werden. In diesem Fall prüft das Finanzamt sehr genau, ob das Minus auf dem Konto entstanden ist, weil Sie privat abgebucht haben, oder ob es sich um betriebliche Ausgaben handelt.

Mit einem einfachen Trick verhindern Sie nicht absetzbare Zinsen. Nutzen Sie drei verschiedene Konten, eines für private Zwecke und zwei für betriebliche Buchungen.

 

  1. Konto: betriebliche Einnahmen

Hier verbuchen Sie alle betrieblichen Einnahmen. Dieses Konto geben Sie auf Rechnungen an, damit Ihre Kunden auf dieses Konto überweisen. Auch Ihren privaten Bedarf decken Sie über dieses Konto, indem Sie von hier auf Ihr privates Konto Überweisungen tätigen. Achten Sie darauf, dass dieses Konto immer im Plus bleibt!

 

  1. Konto: betriebliche Ausgaben

Mit diesem Konto zahlen Sie ausschließlich ihre betrieblichen Ausgaben. Keine privaten Bedürfnisse werden mit diesem Konto gedeckt. Um dieses Konto im Plus zu halten, kann Geld von Ihrem 1. Konto für betriebliche Einnahmen einfließen, achten Sie jedoch auf den Kontostand des Einnahmen-Kontos.

 

  1. Konto: Privatkonto

Nur von diesem Konto tätigen Sie private Ausgaben. So ist eine klare Trennung garantiert und die Herkunft von möglichen Zinszahlung nachweisbar.

 

Mit diesen drei Konten stellen Sie sicher, dass Sie nur mit dem Konto für betriebliche Ausgaben Schulden machen können. Dieses Konto ist ein eindeutiges Geschäftskonto, denn hier wird kein privater Bedarf gebucht. Fallen hier Dispozinsen an, so können Sie diese bis zu jährlich 2.050,- Euro steuerlich geltend machen, ohne, dass das Finanzamt vorwerfen kann, die Schulden wären privat verursacht worden. Überschreiten Sie die Grenze von 2.050,- Euro nicht, denn dann geht das Finanzamt oft von Privatentnahmen aus. Dieser Betrag richtet sich nur nach den Kontokorrentzinsen, nicht nach anderen Darlehenszinsen.

 

Quelle: Praxishandbuch "Buchführung und Steuern"; BWRmed!a- Verlag, Heinz-Wilhelm Vogel, Juli 2011, Seite 9 ff.