Kilometer-Geld oder Bahnfahrten als Betriebsausgabe absetzen

Aus der Reihe „Ihr fragt, ich antworte“ möchte ich heute die Frage von Tobias beantworten. Tobias ist geschäftlich sehr viel zwischen München und Berlin unterwegs und hat mir die Frage gestellt, ob es für ihn nicht günstiger wäre, statt der Bahnfahrten die Kilometerkosten bzw. das pauschale Kilometergeld als Betriebsausgabe abzuziehen.

Tobias, zunächst einmal hast du die Qual der Wahl. Grundsätzlich entscheidest du, welches Fortbewegungs- oder Verkehrsmittel du verwendest. Im Steuerrecht ist es so, dass du, sofern du öffentliche Verkehrsmittel verwendest, generell und grundsätzlich diese Aufwendungen dafür als Betriebsausgabe abziehen kannst. Wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist, hast du keine Möglichkeit statt der Aufwendungen hierfür das pauschale Kilometergeld anzusetzen.

Um das pauschale Kilometergeld als Betriebsausgabe gegenüber dem Finanzamt als Betriebsausgabe abzurechnen, müsstest du dein Fortbewegungsmittel grundsätzlich ändern und dem Finanzamt klarmachen, dass du mit deinem PKW oder einem überlassenen PKW unterwegs bist. Dann kannst du die Fahrtkosten pauschal mit 0,30€ pro gefahrenem Kilometer ansetzen. Wenn du demgegenüber aber dennoch lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist, weil es in der Bahn viel komfortabler ist, du nebenbei arbeiten kannst oder auch mal die Augen zumachen kannst, dann verstehe ich das voll und ganz. Dann solltest du so vorgehen, dass du diese Kosten nicht über dein Geschäftskonto laufen lässt, sondern privat begleichst oder mit der Kreditkarte bezahlst, auf die das Finanzamt grundsätzlich keinen Zugriff hat.

Dann steht dir rein theoretisch die Möglichkeit offen, die Kilometerpauschale gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen. Du solltest jedoch darauf vorbereitet sein, dass das Finanzamt möglicherweise hinterfragt – gerade weil München und Berlin durchaus 500km voneinander entfernt liegen, kommen da ja einige Kilometer zusammen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Finanzämter sehr gerne in diesem Fall zur Glaubhaftmachung mal den TÜV-Bericht von dir anfordern, wo der Kilometerstand regelmäßig dokumentiert wird und du somit glaubhaft machen kannst bzw. das Finanzamt hinterfragen kann und genau sieht, ob du tatsächlich die entsprechende Kilometerzahl gefahren bist.

Darauf solltest du dich also in jedem Fall vorbereiten, wenn du diesen Weg wählen möchtest. Einen weiteren Nachweis hierzu bräuchtest du grundsätzlich erstmal nicht. Insofern kann ich deine Frage so beantworten, dass es aus steuerlicher Sicht in jedem Fall machbar ist, das Kilometergeld anzusetzen. Aber wiegesagt, du müsstest dir in diesem Zusammenhang auch Fragen vom Finanzamt gefallen lassen. Tatsächlich ist es ja so, dass real Aufwendungen für die Bahnfahrten entstehen.


 

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2. Juni 2015